Presseartikel

13. Dezember 2012,
Sächsische Zeitung, Lausitzer Leben von Irmela Hennig

Süßes oder Saures – Kinder testen Kultur
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26. September 2012,
Lausitzer Rundschau von Sophie Bartholome

Kulturstreicher erkunden die Stadt

Projektstart: Viertklässler schauen hinter die Kulissen der kulturellen Einrichtungen

Hoyerswerda Der Startschuss für das neue Projekt „Kulturstreicher“ ist gefallen: In den kommenden Monaten ziehen Schüler durch verschiedene Einrichtungen in Hoyerswerda. Am Projektende soll es einen Kulturwegweiser für Kinder geben.

Yves ist mit dem Fotoapparat in der Kulturfabrik Hoyerswerda unterwegs. Begeistert drückt er auf den Auslöser, als er den Elefanten aus Ton in der Keramikwerkstatt sieht. Er ist einer von insgesamt sieben Kulturstreichern, die ab sofort die kulturellen Einrichtungen der Region unter die Lupe nehmen. Sie suchen Antworten auf Fragen wie etwa: Wie teuer ist der Eintritt? Was hast du hier gelernt? Gibt es hier besondere Höhepunkte im Jahr? Ist das Angebot eher für Mädchen oder Jungen?

Das neue Kooperationsprojekt wurde von der Kulturfabrik Hoyerswerda, dem Lessing-Gymnasium, der Lindenschule und dem Hort „An der Lindenschule“ ins Leben gerufen. Immer dienstags zwischen 14 und 16 Uhr ziehen die Kulturstreicher in den nächsten Wochen los. „Damit wollen wir die Kinder an die Kultur heranführen“, erklärt der Kufa-Chef Uwe Proksch, und ergänzt: „Manche wissen beispielsweise nicht einmal, wann sie in einem Theaterstück klatschen müssen.“

Begleitet werden die Hortkinder von drei Zehntklässlerinnen des Lessing-Gymnasiums. Die 15-jährige Antonia Uhde sieht dieses Projekt als gute Vorbereitung für ihr Lehramt-Studium. Zudem werden die Drei eine Facharbeit über das neue Projekt schreiben. In Kooperation mit der Projektleiterin Birgit Fleischer erarbeiten sie ein abwechslungsreiches Kulturangebot für die Schüler.

Bevor der Kufa-Rundgang beginnt, sitzen die Viertklässler in kleiner Runde zusammen. Die große Frage „Was ist eigentlich Kultur“ steht zu Beginn im Raum. Gekonnt geben die Kinder die für sie noch schwierige Frage an die Zehntklässlerinnen zurück.

Für Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch ist es wichtig, dass sich auch Kulturorte stärker „Kinderfragen“ stellen. „Umso überzeugender können sie an ihrem Profil arbeiten, desto interessanter sind sie für Kinder und umso stärker leisten sie ihren Beitrag in der kulturellen Bildung“, sagt er weiter. Aus den Antworten der Viertklässler entsteht am Ende des Projekts ein kleiner Kulturwegweiser für Kinder. So können sie die kulturellen Möglichkeiten in Hoyerswerda entdecken. Damit sich die Kinder in dem vielfältigen Angebot zurechtfinden, besuchen die Kulturstreicher am kommenden Dienstag die Tourist-Information.

Zum Thema:
Das Projekt „Kulturstreicher“ haben die Kulturfabrik Hoyerswerda, das Lessing-Gymnasium, die Lindenschule und der Hort „An der Lindenschule“ ins Leben gerufen. Jeden Dienstag treffen sich die Schüler zwischen 14 und 16 Uhr und erkunden eine kulturelle Einrichtung der Stadt. 2. Oktober: Tourist-Information mit Stadtrundgang9. Oktober: Schloss Hoyerswerda10. Oktober: Kino Cinemotion

1. Mai 2012

Presseinformation der BKJ zu den Finalisten des mixed up Wettbewerbes
hier als PDF zum Herunterladen.
Das Kulturschulprojekt Hoyerswerda ist unter den Finalisten dabei!

1. Februar 2012
Lausitzer Rundschau, von Mandy Decker

Schüler proben verbalen Aufstand in der Kulturfabrik Hoyerswerda
„Kulturschule“ zum Thema Debattieren

Hoyerswerda Mit den unterschiedlichen Varianten, Chancen und Risiken von Kommunikation beschäftigten sich die neunten Klassen des Lessing-Gymnasiums zu Beginn dieser Woche in einem neuen Projekt der Gemeinschaftskonzeption „Kulturschule“ mit und in der Hoyerswerdaer Kulturfabrik. „Debattieren“ stand einen ganzen Tag lang auf dem Stundenplan.

“Darf ich bei einem Freund schlafen?“, „Bekomme ich mehr Taschengeld?“ Karolin Friedo und Phillipp Koar aus der Klasse 9 c des Lessing-Gymnasiums inszenieren die Diskussion mit ihren Eltern und spielten die misslungene und die gelungene Kommunikation durch. Karolin gewann den abschließenden Debattierwettbewerb. Foto: Mandy Decker

Nach einer kurzen Einleitung in die Problematiken der Kommunikation durch Reinhard Drogla vom Cottbusser Piccolo-Theater ging es in verschiedenen Workshops um die antike Rhetorik, Small Talk, Körpersprache sowie Theorie und Praxis gegenseitigen Verstehens und Missverstehens. „Ich finde, es ist eines der schönsten Projekte, die wir im Rahmen der Kulturschule entwickelt haben“, freute sich Kufa-Geschäftsführer Uwe Proksch.

Kerstin Lieder erklärte die pädagogische Absicht des ungewöhnlichen Unterrichts: „Wir möchten den Schülern grundlegende Kenntnisse vermitteln, warum Kommunikation scheitern kann.“ Die Betreuerin des Kurses „Kommunikationsstrukturen“ sieht im Alter der Jugendlichen der 9. Klassen einen wichtigen Schnittpunkt, an dem die Schüler die Fähigkeit entwickeln, sich Kommunikationsprozesse bewusst zu machen. Dieses Wissen kann für die Heranwachsenden hilfreich sein, findet Kerstin Lieder, beispielsweise beim täglichen Trouble mit den Eltern. In Rollenspielen wurden diese verbalen Auseinandersetzungen nachempfunden und analysiert. In einem abschließenden Debattierwettbewerb maßen die überzeugendsten Verhandlungskünstler ihre diplomatischen Fähigkeiten.

25. Januar 2012
Dresdner Neueste Nachrichten, von Michael Bartsch

Mit Schulkultur zur Kulturschule
 In der vermeintlichen Ödnis von Hoyerswerda blüht ein sachsenweit einmaliges Modellprojekt

Wer es als Journalist richtig düster brauchte, fuhr nach Hoyerswerda. Stadt der ausländerfeindlichen Pogrome 1991, Stadt ohne Entwicklung, ein demografisches Menetekel. Die Einwohnerzahl hat sich seit den achtziger Jahren fast halbiert. Doch die Stadt am Rande des sächsischen Hoheitsgebietes hat auch ein Gesicht, von dem viele nichts wissen oder wissen wollen. Die 820 Plätze der Lausitzhalle sind zum Beispiel am ersten Verkaufstag im August schon vergriffen, wenn das Silvesterkonzert mit dem Sinfonischen Orchester Hoyerswerda lockt – einem Liebhaberorchester! Und das Lessing-Gymnasium verfolgt seit 2009 ein Modellprojekt, das in Sachsen beispiellos ist. Man will „Kulturschule“ werden.

Im Hauptgebäude an der Pestalozzistraße, das derzeit gründlich modernisiert wird, fühlen sich weder Schüler noch Lehrer in einer kulturellen Diaspora. Nicht das Umfeld und schon gar nicht die Schule betreffend. „Es gibt keine andere sächsische Schule, die in diesem Maß Kultur pflegt“, lässt der vierzehnjährige Theo Seifert Stolz spüren. Er ist einer der beiden Hoyerswerdaer Schüler, die im November bei einem Podium zur Kulturellen Bildung im Dresdner Kulturrathaus einen glänzenden Eindruck hinterließen. Das wiedererwachte Bewusstsein für die Notwendigkeit kultureller Jugendbildung führte 2009 auch zum Hoyerswerdaer Pilotprojekt. Der in dieser Hinsicht besonders aktive Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, das Lessing-Gymnasium und die „Kulturfabrik“ in deren Nachbarschaft fanden sich zusammen. Nicht ganz voraussetzungslos. 1921 als Reform-Realgymnasium gegründet, entwickelte die Schule schon zu DDR-Zeiten ein besonderes musikalisches Profil. Heute zählt sie in Anlehnung an das sächsische Schulgesetz zu den so genannten §4-Gymnasien mit vertiefter Ausbildung.

Die „Kulturschule“ will aber ausdrücklich nicht Vorstufe für möglichst viele professionelle Musiker sein. Sie strebt vielmehr die Hebung des kulturellen Grundniveaus für alle an. „Bei uns gibt es nur Akteure, wir sind alle Lernende“, sagt Schulleiterin Katharina Michelfeit. Für diese kulturelle Grundbildung gilt ein sehr weiter Kulturbegriff. „Wir wollen ihn nicht auf die Kunst reduzieren, sondern fassen ihn von der Körperkultur bis zum Schulklima“, erklärt Uwe Proksch, Leiter des auch überregional bekannten soziokulturellen Zentrums Kulturfabrik Hoyerswerda.

Der Grundstein dafür wird in den fünften und sechsten Klassen in einer wöchentlichen Kulturstunde gelegt, die es so in keinem Lehrplan gibt. „Da lernen wir Sachen außerhalb der Schule, die wichtig für das Leben sind“, plaudert ein Schüler. „Kid´s mit Stil“ heißt einer der zwölf Kurse, der Tischsitten und ein bisschen Knigge beibringen soll. In einem anderen versetzen sich die Schüler über Rollenspiele in die Situation von Asylbewerbern und Beamten der Ausländerbehörden. Die Lernkultur befasst sich nun wieder sehr mit Techniken, die auch für den Unterricht wichtig sind. Im Gegenzug vermittelt der Kurs „Richtig faulenzen“, wie man sich entspannt und auf seinen Biorhythmus achtet. Wo sonst kann man eine ganze Unterrichtsstunde lang flach und bequem auf dem Boden liegen und beruhigende Musik hören?

In den höheren Klassenstufen kommen die Kulturnachmittage in der Kulturfabrik hinzu. Hier gibt es die typischen Projektangebote und die Möglichkeiten künstlerischer Selbstbetätigung. Und es geht hinaus zu Exkursionen. Jeder Schüler besucht mindestens zweimal im Jahr das Senftenberger Theater, 70 Schüler haben mittlerweile freiwillig ein Schülerabonnement für vier Veranstaltungen der Lausitzhalle jährlich erworben. Als Zusatzbelastung empfinden die Schüler dies nicht, eher als „Lebensinhalt“, wie ein Schüler sagt. Die besonderen kulturellen Akzente fügen sich in das Ganztagsangebot ein.

Sie tragen auch deshalb nicht den Charakter eines Additums, weil eine besondere Schulkultur jeden Tag, jede Unterrichtsstunde prägen soll. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, an die leider im hochzivilisierten Abendland zunehmend erinnert werden muss. „Wir haben ein besseres Schulklima, da freut man sich jeden Tag darauf“, konstatiert Ric Rafael Reinhold, der schon wie ein Chorassistent agiert und als einer der Protagonisten in der Schülerschaft gilt. Der besonders pflegliche Umgang miteinander, die ständige Präsenz kultureller Aspekte im Unterricht hätten den Lehrern anfangs eine Umstellung und Mehrarbeit abverlangt, räumt Schulleiterin Michelfeit ein. Auch einige Eltern seien anfangs skeptisch gewesen. Der atmosphärische Gewinn, das bessere Miteinander hätten sie aber bald überzeugt. „Irgendwann lebt es der Lehrer einfach“, sagt die Schulleiterin. Auf diese Weise „rutscht auch keiner durch“, lächelt sie. „Wir würden uns ärgern, wenn wir nicht alle mitnehmen könnten“, fügt Projektkoordinatorin Inge Bormann hinzu. Die Schülermischung sei halt wie überall, ergänzen vor allem ältere Schüler, aber die besonders Kulturinteressierten ziehen auch die Trägeren mit.

Diese Heterogenität kennt auch Uwe Proksch von der Kulturfabrik und weiß, welch wichtige Rolle die Elternhäuser spielen. Aber er dramatisiert den vielfach vorhandenen Nachholebedarf nicht, vertraut auf schlummernde Anlagen in jedem und auf deren Förderung durch die Schule und seine Kultureinrichtung. „Wichtig ist letztlich, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet und dafür Sozialverhalten, Kommunikation und Führungsqualitäten entwickelt!“ Diesen Platz zu finden, kann auch der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ausgestellte „Kompetenznachweis Kultur“ helfen. Sein Erwerb fordert allerdings eine messbare Zusatzleistung von den Schülern. Mindestens 50 Stunden müssen sie in einem Kulturprojekt unter Begleitung eines Lehrers mitgearbeitet haben. Auch ausgewählte Lehrer müssen sich dafür qualifizieren, und so schaffen den bei einer späteren Bewerbung durchaus nützlichen Nachweis selbst an einer Kulturschule nur sechs bis acht Bewerber jährlich.

„Auf dem Weg zur Kulturschule“ ist eine vom Kunstministerium geförderte Broschüre über das Lessing-Gymnasium überschrieben. Der Titel „Kulturschule“ sei letztlich nicht so wichtig, meinen Schüler. Sondern eine fröhliche, kreative Schulzeit. Und die kann man auch in Hoyerswerda genießen.

Samstag, 19.11.2011
Lausitzer Rundschau

Kulturschul-Projekt soll weitergehen
von Mirko Kolodziej

Schon seit sieben Jahren darf sich das Gymnasium Klosterschule im Hamburger Stadtteil St. Georg mit dem Titel „Kulturschule“ schmücken. Pro Jahr eine halbe Million Euro zusätzlich lässt der Senat der Freien und Hansestadt sich das Ganze kosten.

Als Klosterschul-Lehrer Stefan Päßler das in dieser Woche bei einer Fachtagung in der KulturFabrik-ZwischenBelegung erwähnte, mussten die meisten der Zuhörer lachen – nämlich die, die am Kulturschul-Projekt von Lessing-Gymnasium und KuFa beteiligt sind.

Der Modellversuch, der jetzt im zweiten Jahr ist, wird im Wesentlichen über die Mittel der Ganztagsbetreuung finanziert. Dazu gibt es etwas Geld vom Land für externe Beratung. Die Summe, die da zusammenkommt, ist von der halben Million deutlich entfernt. Und dennoch soll es mit der Kooperation selbst dann weitergehen, falls die Förderung aus Dresden wegfällt. „Wir werden das auch im Schuljahr 2012/13 haben“, sagt Schulleiterin Katharina Michelfeit.

Schließlich ist ein auf der Tagung diskutiertes Thesenpapier des Dresdener Institutes für regionale Innovation und Sozialforschung, das die Kulturschularbeit begleitet, analysiert und bewertet, mit dem Titel „Gelingende Kooperation“ überschrieben. Mittlerweile zum Beispiel, berichtet die Direktorin, würden viele Schüler die KuFa-ZwischenBelegung wie selbstverständlich als Lernort wahrnehmen. Inzwischen ist die Reihe der gemeinsamen Aktivitäten schier unübersehbar. Sie reicht von Teambildungs- und Lernkultur-Kursen über Theater- und Hörspielprojekte bis hin zu Nachmittagen etwa über Alexander von Humboldt, Sprachen oder die Asylproblematik. „Es bringt die Kinder vorwärts und natürlich auch die Schule und deshalb machen wir weiter“, erklärt Katharina Michelfeit. Auch die KulturFabrik profitiert. Da hier wegen der um sich greifenden Ganztagsangebote die Nachfrage nach offenen Angeboten am Nachmittag ohnehin zurückging, lassen sich die KuFa-Leute also stattdessen in die schulische Bildungsarbeit einbinden. Das ist, stellte sich bei der Konferenz heraus, an der Klosterschule etwas anders. Dort gibt es nicht nur einen Kooperationspartner aus der Kultur. Nur ist Hamburg eben auch deutlich größer. Die Kulturstiftung der Länder scheint von Hoyerswerda beeindruckt. Nur knapp schrammten Lessings und die Kulturfabrik bei deren Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ an einem Preis vorbei.

Freitag, 2. September 2011
(Sächsische Zeitung)

Kulturschulweg verbindet Schule und KulturFabrik
Von Hagen Linke

Das Lessinggymnasium und die KulturFabrik starteten am Mittwoch in ein neues „Kulturschuljahr.“

Unterwegs auf dem „Kulturschulweg“: Nico Hantschke aus der Klasse 6c des Lessing-Gymnasiums durfte am Mittwoch das Schild enthüllen, dass den Weg vom Haus II der Schule in Richtung KulturFabrik weist.  Foto: Hagen Linke
Einige Sechstklässler aus dem Lessing-Gymnasium sind durchaus kreativ, wenn nach Synonymen für das Wort „Lernen“ gefragt wird. Da hört man neben dem eher häufig genannten „büffeln“ oder „pauken“ auch so schöne Umschreibungen wie „Gedanken ordnen“ oder „in den Kopf bringen“.
Warum lernen wir?
Mit dem Lernen an sich und verschiedenen Methoden beschäftigen sich die Jungen und Mädchen künftig einmal wöchentlich im Projekt „Lernkultur“, gemeinsam mit der KulturFabrik Hoyerswerda. Am Dienstag war Startschuss für das neue „Kulturschuljahr“ beider Partner. Bei der lockeren Kennenlernrunde ging es um Fragen, was man lernen kann und warum man überhaupt lernt. Es ist die zweite Auflage des Projektes. Die Erfahrungen des ersten Jahres haben gezeigt: Kleine Gruppen, neue Dozenten und Lernorte helfen den Kindern bei der Entwicklung. Die Kurse leiten Lehrer und KuFa-Mitarbeiter. Aus zwölf Themen konnte ausgewählt werden. Sie heißen etwa „Alle an einem Strang“, „Lernen wie die Weltmeister“ oder „Es liegt mir auf der Zunge“. Carola Seifert leitet den Kurs „Der Teufel liegt im Detail“. Es geht dabei unter anderem darum, Arbeitsanweisungen richtig zu lesen, sagt die Lehrerin: „Was heißt genau «beschreiben», «nennen» oder «erklären?».“
Schlafen ist erlaubt
Als die Schüler am Dienstag erfuhren, dass sie in dieser Zusatzstunde einmal pro Woche auch schlafen dürften, war das Echo laut und zustimmend. So ganz abwegig ist das bei dem Kurs „richtig faulenzen“ auch nicht. Lehrerin Susann Schreiner hat festgestellt, dass Entspannungstechniken und Fantasiereisen im Vorjahr große Wirkung gezeigt hätten. „Manche Kinder sind dabei ganz weit weg.“
Ganz nah hingegen sind sich Haus II des Lessinggymnasiums und das Soziokulturelle Zentrum KulturFabrik. Sie liegen nur einen Steinwurf auseinander. Anlass genug, dem kurzen Pfad dazwischen einen Namen zu geben. Also kletterte am Mittwoch der elfjährige Nico Hantschke per „Räuberleiter“ mit Hilfe von KuFa-Geschäftsführer Uwe Proksch in die Höhe und enthüllte das Schild. Auf deutsch und sorbisch steht dort „Kulturschulweg“. Proksch fand später, dass die erste Kulturschulstunde sehr gelungen war, intensiver als vor Jahresfrist. „Wir lernen ja auch.“ Dass die Sechstklässler auf die Frage, wo man überall lernen kann, viele Antworten parat hatte, liegt auf der Hand. Da wurden am Mittwoch die Natur, das Bett und Mamas Auto genannt. Und ein Wort fehlte auch nicht: KulturFabrik.

Mittwoch, 15. Juni 2011
Lausitzer Rundschau

Große Schritte auf dem Weg zur Kulturschule sind getan
Von Mirko Kolodziej

Lessing-Gymnasium und Kulturfabrik zogen jetzt als Bildungspartner eine erste Bilanz des Modellversuchs.

Hoyerswerda. Kultur, so sagt es das Lexikon, ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch schafft. Der Begriff, so heißt es weiter, stehe für Ausbildung sowie Pflege von Körper und Geist. In diesem Sinne muss man das Projekt verstehen, das KulturFabrik (KuFa) und Lessing-Gymnasium vor einem Jahr begonnen haben. Eigentlich, erklärt KuFa-Geschäftsführer Uwe Proksch, ist der Modellversuch „Auf dem Weg zur Kulturschule“ aber gar kein Projekt, sondern eher eine Struktur. Schule und KuFa pflegen seit einem Jahr in vielfacher Hinsicht eine enge Bildungspartnerschaft und sie sind, gemessen an der jetzt gezogenen ersten Bilanz, wohl ganz zufrieden. „Wir werden Bewährtes beibehalten, Etliches haben wir weiterentwickelt und was nicht passt, werfen wir über Bord“, sagt Schulleiterin Katharina Michelfeit.

In ihrer Schule haben Mädchen und Jungen im vergangenen Jahr zum Beispiel mit Hilfe der KuFa ein Hörspiel erstellt. Es gab aber auch während der Reihe „Kulturnachmittag“ ein gemeinsames Humboldt-Projekt mit Pflanzenskizzieren und Forscher-Gedicht-verfassen. Die Sechstklässler besuchen regelmäßg Lernkultur-Kurse und KuFa-Mitarbeiterin Sabine Kopischke ist Leiterin einer Theater-AG. Über der Bar der ZwischenBelegung hingen aus Anlass des ersten Resümees Pappfiguren. Schüler hatten sich und ihre Lebenswirklichkeit selbst dargestellt. Auf der Bühne bekamen Gymnasiasten Zertifikate übergeben, die „Kompetenznachweis Kultur“ heißen. Sie können bei Bewerbungen belegen, dass die Betreffenden über Kompetenzen etwa in Kommunikation, Experimentierfreude oder Selbstreflexion verfügen. Jeweils 50 Stunden Arbeit mussten die Jungen und Mädchen dafür investieren. Bei all den Angeboten während und nach dem Unterricht sind sowohl Lehrer als auch KuFa-Leute die Dozenten. Sechs haben sich eigens für die Kompetenznachweise zu Beratern ausbilden lassen. In der „Kulturschule“ geht es um Entspannungstechniken oder Körpersprache, um Essen mit chinesischen Stäbchen oder in den fünften Klassen einfach um Teambildung. Alle Klassenstufen sind einbezogen und Lehrerin Carola Seifert schätzt ein: „Die Kulturschule gibt mir Freiräume, die ich manchmal in meinem Lehreralltag vermisse, und ich lerne Schüler kennen. Wichtig ist für mich, dass wir erkennen: Wir alle sind Lernende, Schüler wie Lehrer.“ Auch andere sind inzwischen beeindruckt. Laut Uwe Proksch ist es nicht ausgeschlossen, dass es bald in Sachsen ein amtliches Prädikat „Kulturschule“ geben wird.

3.12.2010
(Sächsische Zeitung)

„Der kleine Prinz“ tritt in Hoyerswerda in Erscheinung

Französisch-Schüler des Lessing-Gymnasiums haben den Buchklassiker als Bühnenstück bearbeitet. Hilfe gab es von einem Cottbuser Theater.

Hoyerswerda/Cottbus. Zwölftklässler des Grundkurses Französisch am Lessing-Gymnasium haben jetzt den Klassiker „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry theatralisch bearbeitet. Unterstützung bekamen die 22 Schüler und ihre Kurslehrerein Claudia Krause dabei von der KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda und dem piccolo Theater Cottbus. Diese Zusammenarbeit lief im Zuge des Modellprojekts „Auf dem Weg zur Kulturschule“ von KuFa und Lessing-Gymnasium.
Sabine Kopischke (KulturFabrik) und Hauke Grewe (piccolo Theater) erarbeiteten zusammen mit den Schülern Szenen aus dem „Kleinen Prinzen“. Die Gymnasiasten probierten sich in Improvisationstechniken und verschiedenen Schauspielübungen aus und betrachteten Saint-Exupérys Geschichte, die seit über 50 Jahren auf der ganzen Welt gelesen wird, aus einem neuen Blickwinkel.
Die Dialoge schrieben die Schüler selbst und übersetzten sie ins Französische. Das fertige Stück wurde kürzlich bei einer kleinen Aufführung im Lessing-Gymnasium gezeigt.
Das piccolo Theater arbeitet seit vielen Jahren eng mit der KulturFabrik Hoyerswerda zusammen. Zuletzt hatte es mehrere Aufführungen mit der 1. Mittelschule in Zusammenarbeit mit dem Museum Hoyerswerda gegeben: Eine 10. Klasse hat sich über ein Jahr lang mit dem Thema der letzten Hinrichtung in Hoyerswerda beschäftigt und daraus ein Theaterstück gestaltet (TAGEBLATT berichtete). (red/aw)

Freitag, 13. August 2010
(Sächsische Zeitung)

KuFa wird nun zum Schulhaus
Jede Woche gibt es in der ZwischenBelegung jetzt eine Stunde Lern-Unterricht für Sechstklässler des Lessing-Gymnasiums.

Hoyerswerda. Die rund 100 Sechstklässler des Lessing-Gymnasiums lernen künftig nicht mehr ausschließlich in ihrer Schule an der Kolpingstraße. Gestern begann in Kooperation mit der KulturFabrik das Projekt „Lernkultur“. Dahinter verbergen sich zwölf Kurse zum Thema Lernen, von denen jedes Kind sechs belegen muss. So geht es künftig in der ZwischenBelegung um Methoden, sich etwas zu merken, Teamarbeit, diverse Präsentationstechniken oder Lernspiele.
Partner auch am Vormittag

„Wir wollen Lerntechniken systematisieren, um Freude am Lernen zu wecken“, sagt Lehrerin Inge Bormann. KuFa-Geschäftsführer Uwe Proksch erklärt, erstmals werde im Rahmen einer Bildungspartnerschaft zwischen einer Schule und einem außerschulischen Partner nicht nur auf nachmittägliche Ganztagsangebote gesetzt: „Es ist genial, dass das Lessing-Gymnasium hierfür eine Wochenstunde freischießt.“ Gestern zum Auftakt sollten sich die Schüler zunächst Gedanken über das Lernen allgemein machen. Eine der Fragen lautete, warum man lernen soll. „Damit man im Leben klarkommt“, schrieb Tobias Koreng aus der 6b auf seinen Antwort-Zettel. (MK)

April 2010
(Lausitzecho.TV)

Auf dem Weg zur Kulturschule
Konzept und Förderantrag beantragt

Hoyerswerda. Ein erster großer Meilenstein im Modellprojekt „Bildungspartnerschaft Kultur und Schule – Auf dem Weg zur Kulturschule“ ist geschafft. Das gemeinsam entwickelte Konzept für die Ganztagsarbeit im Schuljahr 2010/11 liegt vor. Der entsprechende Förderantrag ist bei der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Bautzen eingereicht.

Das Lessing-Gymnasium Hoyerswerda und die Kulturfabrik Hoyerswerda e.V. sind im Rahmen eines Modellprojektes gemeinsam auf dem Weg erstmalig eine umfassende Kultur- und Bildungspartnerschaft zu gestalten, die über eine punktuelle Zusammenarbeit hinausgeht.

Eine entscheidende Etappe des Weges zur Kulturschule ist zurückgelegt. In gemeinsamer Verantwortung ist ein qualifiziertes Konzept für die Ganztagsarbeit am Lessing-Gymnasium im kommenden Schuljahr entwickelt worden. Der entsprechende Antrag auf Fördermittel aus der Förderrichtlinie zum Ausbau von Ganztagsangeboten des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport ist bei der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Bautzen eingereicht.

Die geplanten Ganztagsangebote sollen wie in den letzten Schuljahren unabhängig vom sozialen Status der Eltern für die Schüler ab Klassenstufe 5 attraktive und professionelle Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote schaffen und eine bewusste, lebensweltorientierte Freizeitgestaltung ermöglichen. Neu ist dabei die intensive Zusammenarbeit mit der Kulturfabrik Hoyerswerda e.V. bereits in der Planungsphase.

In zwei Workshops entwickelten Lehrer des Lessing-Gymnasiums und Mitarbeiter der Kulturfabrik Hoyerswerda grundlegende Linien zur besonderen kulturellen Ausrichtung des Gymnasiums und die Zusammenarbeit. Die Angebote für das kommende Schuljahr zeichnen sich durch eine enge Verzahnung aller Angebote untereinander, mit Unterrichtsthemen und dem Schulprogramm aus. Neue Projekte, Ideen und Formate sind geplant. Dazu gehören zum Beispiel Theaterspielen in einer Fremdsprache oder gemeinsame Kulturnachmittage. Ein weiteres Novum wird die Entwicklung der Schulbibliothek zum Schulklub mit Schwerpunkt Leseförderung sein.

Projektpartner
Die Kulturfabrik e.V. ist der Betreiber des Soziokulturellen Zentrums Hoyerswerda. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören Kulturprojekte, Kurse, Workshops, Arbeitsgemeinschaften, Veranstaltungen, Film- und Medienarbeit für ein generationsübergreifendes Publikum. Im Jahr 2009 erreichte das Zentrum mit 1400 Projekten und Angeboten ca. 36.000 Besucher. Ein Schwerpunkt der Arbeit bezieht sich dabei auf die kulturelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Das Lessing-Gymnasium Hoyerswerda ist ein traditionsreiches, allgemein bildendes Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Profil und mit einer vertieften musischen Ausbildung.
Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien ist ein Pflichtzweckverband nach dem Gesetz über die Kulturräume Sachsens. Seine Hauptaufgabe besteht in der finanziellen Unterstützung der Träger regional bedeutsamer kultureller Einrichtungen. Anliegen des Kulturraums ist es die kulturelle Vielfalt in der Region zu erhalten. Dazu gehört auch ein Engagement im Bereich Kulturelle Bildung.

Dienstag, 17. November 2009
(Sächsische Zeitung)

Lessing-Gymnasium begibt sich auf den Weg zur Kulturschule
Von Anja Wallner
Die Bildungseinrichtung arbeitet in einem Modellprojekt mit der KulturFabrik zusammen.

Hoyerswerda. Das Lessing-Gymnasium nimmt an dem Modellprojekt „Bildungspartnerschaft: Kultur und Schule – Prozessbegleitung: Auf dem Weg zur Kulturschule“ teil. Kultur- und Bildungspartner der Einrichtung ist die KulturFabrik (KuFa) Hoyerswerda. Wie Schuldirektorin Katharina Michelfeit gestern vor Medienvertretern erklärte, soll „Kultur in alle Bereiche des schulischen Lebens einziehen und kulturelle Bildung als Perspektive für die Schulentwicklung gestärkt werden.“
Die Kooperationspartner entwickeln dazu bis April entsprechende altersgerechte Ganztagsangebote (GTA) für die Klassenstufen 5 bis 10, die ab dem Schuljahr 2010/11 umgesetzt werden sollen. Die KuFa arbeitet im GTA-Bereich bereits eng mit dem Gymnasium zusammen. Vorhandenes wird nun überdacht, neue Inhalte konzipiert. Dabei gehe es nicht um zusätzliche Offerten, betonte KuFa-Mitarbeiterin Steffi Schneider. Vielmehr sollten die Schüler Zugänge zu kultureller Bildung über fächerverbindende und Lehrplan-abgestimmte Angebote auf einer höheren Qualitätsebene erhalten.
Das Modellprojekt ist zunächst bis Dezember 2010 angelegt. Es wird gefördert aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie unterstützt vom Kulturrraum Oberlausitz-Niederschlesien, der das Projekt beantragt hat. Als Prozessbegleiter steht dem Lessing-Gymnasium der Dresdener Sozialpädagoge Sven Albrecht zur Seite.

 

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