Hoyerswerdaer Kulturstreicher

Im Schuljahr 2012/13 ging das Projekt „Hoyerswerdaer Kulturstreicher“ in die zweite Runde. Fortan erforschten nicht nur die Kinder des Hortes an der Lindenschule, sondern auch die Hortkinder der Grundschule an der Elster die Hoyerswerdaer Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Die Koordination des Projektes übernahm die RAA/ Ein Quadratkilometer Bildung.

Als Ergebnis entstand erneut eine Broschüre, sozusagen die Fortsetzung des Kulturwegweisers vom letzten Jahr. Dieses Mal allerdings wurden die besuchten Kultureinrichtungen um Freizeiteinrichtungen, wie z.B. Sportvereine, ergänzt.

 

 

 

 

 

 

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Im September 2012 begann ein neues Kooperationsprojekt zwischen dem Gymnasium, der Kulturfabrik und dem Hort der Linden-Grundschule in Hoyerswerda  –die „Hoyerswerdaer Kulturstreicher“.
Begegnungen zwischen Kindern und Kultur schaffen – ein ganzes (Grundschul-) Leben lang – das ist das Ziel des Projekts.

Immer dienstags zwischen 14.00 und 16.00 Uhr treffen sich die 11 aufgeweckten, neugierigen Hoyerswerdaer Kulturstreicher der dritten und vierten Klasse der Lindenschule Hoyerswerda, drei Schülerinnen der zehnten Klasse des Lessing-Gymnasiums und eine Mitarbeiterin der Kulturfabrik, um bis zum Jahresende verschiedenste kulturelle Einrichtung der Stadt zu besuchen.

Dabei erfragen sie vor Ort die bestehenden Kulturangebote für die jungen Bürger der Stadt und dürfen auch mal hinter die Kulissen blicken. Am Ende werden ihre Rechercheergebnisse in einem Kulturwegweiser für Kinder gebündelt. Die Erstellung der Broschüre wird Teil der komplexen Leistungsarbeit sein, die zwei Schülerinnen des Lessing-Gymnasiums in diesem Rahmen schreiben.
Insgesamt werden elf Einrichtungen erkundet: die Touristinformation mit Stadtführung, die Kulturfabrik, das Museum im Schloss, die Brigitte Reimann-Bibliothek, die Energiefabrik Knappenrode, der Zoo, das Kino, die Junge Volkshochschule, die Musikschule, die Krabat-Mühle in Schwarzkollm und die Lausitzhalle.

Die Kulturstreicher dokumentieren ihre Kulturstreiche mit zwei Kameras. Eine Schülerin des Lessing-Gymnasiums wird eine kleine Fotoausstellung zum Projekt in der Brigitte-Reimann-Bibliothek vorbereiten.
Im Frühjahr 2013 darf man sich auf eine gemeinsame öffentliche Präsentation aller Schüler freuen.

 

 

 

Hintergründe zum Projekt

Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, wer so früh wie möglich Kultur kennen lernt, erwirbt Kompetenzen, die ihm lebenslang zu Gute kommt. Wer selbstverständlich Museen, Archive und Konzerte besucht, Schauspieler oder Künstlerinnen befragt, will nicht nur Zuschauerin und Zuschauer bleiben, sondern sucht einen eigenen Ausdruck.

Ziel unseres Projektes war es, Schüler (vorerst) einer Hoyerswerdaer Grundschule mit Hilfe von Kultur-Paten aus dem Lessing-Gymnasium und dem kulturellen Netzwerk der Kulturfabrik in Verbindung mit vielen kulturellen Erlebnissen zu bringen.

Die gemixten Gruppen werden als Kulturforscher mit niedrigschwelligen Angeboten an die kulturelle Infrastruktur der Stadt und Region herangeführt. Die Kulturstreicher lernen alle Kultursparten kennen, sie sammeln Eindrücke und dokumentieren jeden Kulturbesuch in einem Fragebogen und fotografisch für einen zukünftigen Kinder-Kulturwegweiser.

Kulturinstitutionen öffnen ihre Tore und laden die Kulturstreicher ein, auch einmal hinter die Kulissen zu blicken. In Kooperation mit dem Projektleiter der Kulturfabrik erarbeiten sie ein abwechslungsreiches und hochwertiges Kulturangebot, das auf die spezifische Altersgruppe der Kulturstreicher abgestimmt ist. Je stärker Kulturorte sich Kinderfragen stellen, desto überzeugender arbeiten sie an ihrem Profil, desto interessanter sind sie für Kinder und umso stärker leisten sie ihren Beitrag in der kulturellen Bildung.

Mit diesem Projekt legen die Gymnasiasten eine Arbeit im Rahmen ihrer zu erbringenden komplexen Leistung (Unterrichtsform) vor oder erwerben mit ihrer aktiven Mitwirkung den Kompetenznachweis Kultur.

Kulturstreicher  sein schafft Identität. Schüler lernen nachhaltig, dass Kultur keine abgehobene Sache für Erwachsene ist und, was Menschen tun, die einen Kulturberuf haben.

Sie stellen eigene Fragen, sind nicht nur Zuschauer und suchen nach einer eignen Perspektive. Sie erleben den Sozialraum Stadt in einer neuen Perspektive. Die Einrichtungen erhalten aus den Fragen und Rückmeldungen der Schüler Impulse für die eigene Bildungsarbeit. So unterstützen die „Kulturstreicher“ die Weitergabe des Gedankens von Bildung in gemeinsamer Verantwortung.

Das Projekt schafft Vorteile für alle Mitwirkenden. Die Grundschule gewinnt für den Auftrag der kulturellen Bildung einen institutionalisierten Kontext und verbindliche Partnerschaften.

Lebensnahes Lernen gelingt am besten mit externen Partnern. Die Kulturinstitutionen/ Kulturorte lernen die Lebenswelt der Schüler kennen, erhalten Impulse für ihre Bildungsarbeit und können für ihre Angebote nachhaltig werben. Die Kommune ist untrennbar mit ihrem kulturellen Leben verbunden. Die systematische Kooperation muss zum wichtigsten Baustein der kommunalen Bildungslandschaft werden, um weitsichtig kulturelle Grundversorgung zu sichern. Die „Kulturstreicher“ regen Miteinander an und geben Impulse für konkrete Vernetzung. Damit kann die Stadt ihre Attraktivität als Lern- und Lebensraum für Eltern und Kinder erhöhen.

Für die Schüler bedeutet das Projekt vor allem kulturelle Teilhabe unabhängig von Herkunft und kulturellem Vorwissen. Darüber hinaus bringt das Projekt Kinder in Bewegung und lädt ein, weiter zu entdecken.

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